Zauber des vorweihnachtlichen Kölns

Wenn die Tage kürzer werden und die Weihnachtszeit naht, lohnt sich ein Besuch in Köln besonders: Das adventliche Flair in der Stadt zieht Jahr für Jahr Hunderttausende Touristen und unzählige Tagesbesucher aus der ganzen Region an, die besonders am Wochenende die Straßen rund um Hohe Straße und Schildergasse bis zur Kapazitätsgrenze füllen. Hier findet sich absolut alles, was das Herz begehrt – wer nach einem Bummel noch offene Wunschzettel-Positionen hat, ist selber schuld. Eine Attraktion besonders für kleine Gäste ist das traditionelle Weihnachtsfenster am Kaufhof, das mit einem jährlich wechselnden Thema mit liebevoller Kulisse und sich bewegenden Steiff-Plüschtieren als Akteuren ausgestaltet wird.

Äußerst sehenswert für Kulturinteressierte ist auch der Kölner Krippenweg, der genau rechtzeitig zum Interdisziplinären WundCongress seine Pforten eröffnet. An nahezu 100 Stationen im Stadtgebiet, der weitaus größte Teil davon in der Altstadt, sind Krippenszenen in verschiedenen Stilen und aus unterschiedlichen Epochen ausgestellt. An der Aktion beteiligen sich als Ausstellungorte Kirchen, Läden, öffentliche Einrichtungen, Büros, Museen und viele andere mehr.

Ab der letzten Novemberwoche haben Sie außerdem die Gelegenheit für ausgedehnte Weihnachtsmarkt-Bummel zum Staunen, Entdecken und Glühweintrinken. Mittlerweile kann man schon fast sagen, dass das Kölner Stadtzentrum nicht einen Weihnachtsmarkt hat, sondern viel mehr einer ist. Alleine in der City finden sich eine Vielzahl von Märkten. Nachfolgend eine kleine Auswahl…

Mit am bekanntesten in Europa ist der Weihnachtsmarkt am Roncalliplatz. Der direkt am Fuße des Domes gelegene, mit weiß-goldenen Lichterketten stimmungsvoll in Szene gesetzte Markt ist so etwas wie die vorweihnachtliche Visitenkarte Kölns und bietet mit seinen einheitlich in Rot-Weiß gestalteten Ständen ein einzigartiges Flair. Die Organisatoren achten auf diesem berühmten Markt besonders auf handwerkliche Qualität und ein reichhaltiges, abwechslungsreiches kulinarisches Angebot. Doch Achtung: Hier kann es besonders am Wochenende sehr, sehr voll werden; achten Sie bitte auf Ihr Gepäck.

In den vergangenen Jahren komplett neu gestaltet wurden die beiden Weihnachtsmärkte auf dem Alter Markt und dem Neumarkt. Auf dem Alter Markt gibt es den Heinzelmännchen-Weihnachtsmarkt, der die alte Kölner Sage von den fleißigen Zwergen aufgreift auf bei dem – ganz passend – ein besonderer Schwerpunkt auf das Kunsthandwerk gelegt wird. Am Neumarkt schließlich ist der „Markt der Engel” entstanden. Das früher etwas bunt-grelle Kirmes-Ambiente auf diesem Marktplatz wurde 2008 durch schlichte, in Weiß und hellen Naturfarben gehaltenen Giebelhäuschen ersetzt, die eine stimmungsvolle und nicht-überladene Atmosphäre bieten.

Und da es der Neuerungen noch nicht genug ist, hat auch der Rudolfplatz am mittelalterlichen Hahnentor vor einigen Jahren ebenfalls einen neuen Ausrichter bekommen. Das Thema Märchen hat der neue Ausrichter dabei jedoch beibehalten, daher ist er auch bei kleineren Kindern sehr beliebt. Der Markt ist jedoch auch ein klassischer Treffpunkt, um den Abend mit Freunden und Arbeitskollegen an einem der Glühweinstände zu beschließen.

Quasi direkt gegenüber; in der kleinen Passage an der Sparkassen-Zentrale, befindet sich seit 2012 die Christmas Avenue – der zu seinem Start nicht unumstrittene, inzwischen aber fest etablierte erste lesbisch-schwule Weihnachtsmarkt von Köln. In der Tat glitzert es hier etwas stärker als auf anderen Märkten; er ist inzwischen aber ebenfalls zur beliebten Anlaufstelle für ein durchaus gemischtes Publikum geworden – was auch am schönen, manchmal auch etwas schrägen Bühnenprogramm liegen könnte…

Schon seit vielen Jahren kein Geheimtipp mehr ist der Weihnachtsmarkt im Kölner Stadtgarten. Der harmonisch in den innenstädtischen Stadtgarten-Park eingebettete Markt ist für sein schönes Ambiente, seine Stände auf hohem handwerklichen Niveau und die sehr vielfältigen Gastronomie-Angebote – größtenteils in Bioqualität – bekannt. Das Publikum ist zugleich etwas weniger touristisch geprägt. Eine schöne Alternative für alle, denen Adventsmärkte „klassischer” Machart nicht so liegen!